FORR Projekte > Flüchtlingshilfe
Image alt

Flüchtlingshilfe Berlin


Socken, Unterwäsche, eine Zahnbürste und etwas Shampoo. Die Wünsche von Can und seiner Frau Elin aus Sindschar im Nordirak sind bescheiden geworden. Zusammen mit ihren beiden kleinen Töchtern sind sie in einem Erstaufnahmecamp in Berlin untergekommen. Die kleine Samira ist erst ein paar Tage alt und schon in Deutschland zur Welt gekommen. Die letzten Etappen ihrer langen Flucht hat Elin hochschwanger zurücklegen müssen. Durch viele Länder und über das oftmals tödliche Mittelmeer hat Can seine Familie gerettet. Mit viel Glück, Mut und aus blanker Verzweiflung. Mit im Gepäck das Erlebte und der Verlust von Familie und Freunden.

Über das, was sie überstanden haben, wollen und können sie nicht reden. Dafür ist das Grauen noch zu nah. Bevor im August vergangenen Jahres die Schergen des IS auf Sindschar vorrückten, lebte die Familie in bescheidenem Wohlstand mit eigenem Haus und Auto. Doch von einem Tag auf den anderen war alles anders. Muslimische Freunde wandten sich ab, die Drohungen wurden massiver, Menschen verschwanden. Denn Can und Elin sind Jesiden, eine religiöse Minderheit, die der IS mit äußerster Brutalität verfolgt und gegen die er die Muslime im Land aufstachelt. Deshalb fühlte sich die Familie im Irak nicht mehr sicher. Die Möglichkeit einer Flucht in den Süden des Landes blieb ihnen jedoch verschlossen. Daher nahmen sie den gefährlichen Weg nach Europa auf sich.

Nun ist Berlin ihr Zuhause. Ob es auch ihre Zukunft ist, wird sich zeigen. Für den Moment denken sie nur über die nächsten existenziellen Schritte nach. Und sie sind dankbar für die vielen helfenden Hände – eine davon ist FoRR. Mit einfachen Mitteln kann der Alltag der Flüchtlinge erleichtert und verbessert werden. Für Can und seine Familie sind es Socken, Unterwäsche, eine Zahnbürste, etwas Shampoo und eine Kinderkarre für Samira.